Reisebericht Südafrika
Mietwagenrundreise September/Oktober 2006
Wir haben
uns bewusst für eine Mietwagenrundreise entscheiden. Es ist einfach schöner,
selbst entscheiden zu können, wann und vor allem wo man anhält und was
man sich anguckt.
Wir sind von Deutschland nach Johannesburg geflogen. Am besten ist es, man entscheidet sich für einen Nachtflug, so kommen einem die 11 Stunden in der Luft nicht zu lange vor, denn durch die Dunkelheit findet einen irgendwann das Sandmännchen.
Tag 1
Nach der Ankunft haben unseren Mietwagen beim Vermieter in Empfang genommen. Die Mitarbeiter waren sehr freundlich und hilfsbereit. Man sollte auf jeden Fall nicht vergessen, dass in Südafrika auf der linken Strassenseite gefahren wird. Gegen Mittag waren wir im Flughafenhotel Southern Sun International am Flughafen Johannesburg. Das Zimmer war sehr sauber und die Scheiben verstärkt, so dass man von dem Fluglärm nichts mitbekommen hat.
Am Nachmittag haben wir meine Freundin vom Busbahnhof in Downtown Johannesburg abgeholt. Der Concierge im Hotel hat uns für diese Tour ein Taxi organisiert, worüber wir ganz froh waren, denn der Fahrer wusste wo wir hin mussten. Auf der Fahrt hat er uns einige wichtige Dinge über Jo-Burg ( So nennen die Südafrikaner Johannesburg ) erzählt. Z.B., dass wenn man aus Richtung Flughafen in die Stadt fährt, es ratsamer ist, die rechte Seite der Autobahn zu meiden, da es vor allem abends und nachts dort recht gefährlich werden kann. Wenn solche Hinweise bzw. Tipps befolgt werden, kann man sich auch dort mit dem Auto fortbewegen.
Abends sind wir essen gefahren, denn wir wollten uns nicht unbedingt die ganze Zeit im Hotel aufhalten, wir wollten was erleben und uns unter die Einheimischen mischen. Ich kann mich nciht mehr an den Namen des Restaurants erinnern, weiss aber noch, wie lecker mein Rinderfilet gewesen ist. Mit Getränken und Beilagen habe ich ganze 8,00 Euro ausgegeben.
Tag 2
Nach dem
Frühstück am nächsten morgen sind wir los. By the way, das Frühstück
lies keine Wünsche offen. Auch für uns
Deutsche
war genügend dabei.
Auf unserem Weg zum ersten Etappenziel haben wir uns in einem Supermarkt mit Getränken,
Obst und einer Kühltruhe eingedeckt. Kühle Getränke sind besser als
warme ;-). Dank unseres tolles Navis, dass uns immer über Schotterstrassen
schicken wollte, hat der Weg ewig gedauert. Gegen 18.00 Uhr erreichten wir unsere
Unterkunft, Old Joey's Kaia Country Lodge in Schoemannskloof in der Province Mpulanga.
Da der Tank nicht mehr viel hergab und wir am nächsten morgen früh
los wollten, haben wir uns auf den Weg zu einer Tankstelle gemacht. Auch dafür
nutzen wir unser Navi, kostete ja schliesslich Geld und musste folglich auch benutzt
werden. Wir brauchten also für 15 Kilomter ca. 2 Stunden, denn auch hier führte
es uns in die Irre. Schotterpisten so weit das Auge reichte. Hätten wir einen
4-Wheeler gehabt, wäre das alles kein Problem gewesen. Für den Rückweg
nutzen wir dann eine ganz normale Strasse ohne Schlaglöcher. Den Abend haben
wir gemütlich bei einem Wein auf der Terrasse ausklingen lassen.
Tag 3
Auf
diesen Tag habe wir uns ganz besonders gefreut, denn heute sollte es auf Safari
gehen. Nach dem Frühstück nötigte mich meine Freundin zu einer kleinen
Wanderung, ich für meine Teil war nicht ganz so angetan von der Idee, aber
nun gut. Gegen Mittag brachen wir auf in Richtung Akeru Lodge im Timbavati Private
Nature Reserve in der Limpopo Province.
Das
Reserve hat eine "offene" Grenze zum Krüger Nationalpark.
Durch
die Schotterpiste, die zur Lodge führt, kamen wir wieder in zeitlichen Verzug,
denn auch hier konnten wir uns nur im Schneckentempo fortbewegen. Als wir
das Gate zum Reservat passierten kreuzten Giraffen unseren Weg und guckten uns blöd
an. Wir kamen gerade rechtzeitig zur abendlichen Pirschfahrt. In offenen Safari-Jeeps
machten wir uns mit unserem Ranger Brian und dem Fährtenleser auf in die Wildnis.
Es ist schon ziemlich irre was die Ranger und Fährtenleser so alles im Vorbeifahren
sehen, alle Achtung. Kurz vor Ende der Tour haben wir angehalten und einen Sundownder
zu uns genommen. Der Jeep wurde kurzerhand in eine kleine Bar umfunktioniert. Das
Essen in der Lodge nahmen wir ebenfalls unter freiem Himmel ein. Das Personal war
sehr frundlich und hilfsbereit.
Tag 4
Früh
am Morgen, ziwschen 5 und 6 Uhr, noch vor dem Frühstück wurden wir geweckt
um zu morgendlichen Safari zu starten. Da es morgens recht frisch ist sind die Tiere
alle unterwegs, denn in der Mittagshitze liegen sie lieber träge im Schatten.
Für die frühe Mittagszeit werden Wanderungen angeboten, mir war jedoch
zu warm.
Mittags machten wir uns auf den Weg Richtung Krüger-Nationalpark.
Über Hazyview und Nelspruit kamen wir ans Paul Kruger Gate. Dort angekommen
mussten wir erstmal anhalten und aussteigen um uns die Nilpferde anzusehen die sich
im Fluss tümmelten. Am Gate selbst mussten wir die Parkgebühren entrichten,
anschliessend machten wir uns mit Schrittgeschwindigkeit auf den Weg in Richtung
Skukuzza Camp. Auf dem, verhältnismässig kurzem, Weg begegneten uns allerlei
Tiere von der
Landschildkröte bis hin zu Giraffen war alles dabei.
Das Camp war super,
jedes Hütte hatte einen Grill und einen Parkplatz vor der Tür. Die Küche
befindet sich im Freien, ist aber überdacht. Wenn man auf einen Sonntag in
den Park fährt und gegen Abend ankommt, wäre es gut, sich Grillfleisch
mitzubringen, denn der Laden im Camp hatte bei uns schon zu und wir hätte verdammt
gerne ein Steak auf den Grill gelegt.
Tag 5
Nach dem Aufstehen machten wir uns auf Richtung Swasiland. Und wieder alle Koffer
in den Kofferraum.... Wir wagten uns vor in die Nebelsuppe, war nicht schön.
Wir wollten zum House on Fire, einem Restaurant das uns empfohlen wurde. Da wir
ja das Abenteuer suchten, nahmen wir natürlich nicht die asphaltierte Strasse,
sondern die Schotter- und Matschpisten. Schade nur, dass wir immer noch kein Allrad
Fahrzeug hatten. Hätten wir gewusst, wie unschön diese Strecke war, hätten
wir doch glatt die normale Strasse genommen. Abgründe taten sich auf, die Pisten
waren tatal aufgeweicht und an der rechten Seite begleitete
und ein Hang. Ich war heilfroh, als wir wieder Asphalt unter den Reifen hatten.
Als wir am House on Fire ankamen, war es Zeit, Mittag zu essen. Mit dickem Bauch
ging es weiter Richtung Grenze zu Südafrika, denn laut Reiseverlauf sollten
wir die nächste Nacht im Huluhwe Nationalpark verbringen. Da wir gerne trödelten,
kamen wir zu spät. Der Park schloss seine Pforten um 17 Uhr, nun war guter
Rat teuer. Zum Glück fanden wir ein Hotel in der Nähe, das noch Zimmer
frei hatte.
Tag 6
Nach dem
Frühstück machten wir uns auf in den Hluhluwe Nationalpark. Da das Wetter
zu wünschen übrig liess, waren wir froh im Auto zu sitzen. Der Park ist
recht bergig und die Strassen auch mit normalen Autos befahrbar. Als wir gegen Mittag
aus dem Park rausfuhren, hatte sich auch das Wetter gebessert und unsere Stimmung
stieg wieder. Wir hatten vor, die
Nacht
in den St. Lucia Wetland zu verbringen, denn dort sollte es sehr schön sein,
direkt am Indischen Ozean. Da nur eine Strassen dort hinführt, war es nicht
sonderlich schwer den Weg zu finden. Wir hatten Glück und bekamen noch ein
Apartement. Mich hat es nicht vom Hocker gerissen, aber es war günstig und
hatte Betten. Wir buchten einen Ausflug zur Walbeobachtung für den nächsten
Tag. Der Veranstalter garantiert die Walsichtung. Sieht man keine Wale, bekommt
man die Hälfte seines Geldes zurück. Wir waren frohen Mutes. Abends fuhren
wir an den menschenleeren Strand und tranken Wein zum Sonneruntergang.
Tag 7
Leider
fiel die Waltour aus, denn der Ozean war zu ausgewühlt und somit wäre
die Fahrt zu gefährlich geworden. Also entschieden wir uns zu einer Reitsafari.
Mein Pferd hatte ziemliche Ähnlichkeit mit Jolly Jumper von Lucky Luke. Es
war mit sehr sympathisch! Auf dem Weg sahen wir unzählig viele von den Pillendreher
Käfern. Pfui! Diese Käfer sehen einen Scheissehaufen und lassen sich aus
vollem Flug fallen um den Haufen
in
Beschlag zu nehmen. Der Ausflug war sehr schön und wirklich zu empfehlen. Man
sieht die Natur aus einem anderen Blickwinkel. Es war keine Dusche in Sicht und
wir stanken nach Pferd, aber egal! Auf dem Rückweg fuhren wir an einer Krokodilfarm
vorbei, keine Farm wo die Tiere geschlachtet werden. Passend zum Sonnenuntergang
kamen wir in Durban in KwaZulu Natal an. Beim Einchecken im Tropicana Hotel rat
man uns, bei Dunkelheit nicht unbedingt vor die Tür zu treten, denn es sei
nicht ganz ungefährlich. Super, so hatten wir uns das eigentlich nicht vorgestellt,
aber nun gut. Gerade weil das Hotel direkt an der Promenade liegt, hätten man
gut einen Spaziergang machen können.
Tag 8
Das Frühstücksbuffet im Hotel war mehr als ausreichend. Den Strand entlang schlenderten wir in Richtung Aquarium. Das uShaka Marine World Aquarium ist riesen gross und beherbergt ein Vielzahl an Fischen vom Rochen bis hin zum kleinen Clownsfisch. In der Mall neben dem Marine World Aquarium haben wir uns einen Burger genehmigt um gestärkt für den Rückmarsch zu sein. Am Strand war ein kleiner Bereich abgesteckt, der von Rettungsschwimmern bewacht wurde, denn die Brandung war recht stark und auch die Strömung war nicht zu unterschätzen. Die einheimischen Kinder fanden es klassen und tobten sich im Wasser aus. Es werden auch Tauchausflüge vom Tauchladen in der Mall angeboten, nur leider hatte ich mein Tauchzeug nicht dabei. Wär bestimmt eine Erfahrung gewesen. Der letzte Abend brach an und es wurde auch Zeit, die Stadt wieder zu verlassen, denn wir wären sonst bestimmt am Zimmerkoller gestorben.
Tag 9
Auf in die Drakensberge! Auch diese liegen in der Provinz Kwazulu Natal. Da wir unser Auto ganz gut zugesaut hatten, beschlossen wir, es an einer Tankstelle säubern zu lassen. Wir wussten allerdings nicht, dass dies ca. 2 Stunden dauern würde. Es geht halt etwas gemütlicher zu in Südafrika als bei uns in Deutschland. Als wir in den Drakensbergen ankamen waren wir von der Landschaft sehr beeindruckt. Wir hatten uns für das Giant's Castle entschieden und wie sich herausstellte, war es die richtige Wahl. Die kleinen Häuschen waren sehr gemütlich und urig! Alle hatten einen kleinen Kamin, den wir gut gebrauchen konnten, denn nachts war es doch recht frisch. Brennholz war in den Häusern, man konnte es aber im kleinen Laden nachkaufen.
Tag 10
Gut dass wir zwei Nächte in den Drakensbergen hatten, denn zum Erholen ist es himmlisch. Am Vormittag waren wir ein bisschen wandern, danach haben wir einfach nur relaxed und am Abend haben wir vor dem Kamin einen Südafrikanischen Rotwein getrunken. Einfach spitze.
Tag 11
Nach dem Aufstehen machten wir uns auf den Weg nach Pretoria in Provinz Gauteng. Unser Domizil war das Court Classique Suite Hotel. Sehr chices kleines Hotel in zentraler Lage. Die Zimmer sind sehr geräumig und mit einer kleinen Küchenzeile ausgestattet. Das Parken auf dem Hotelparkplatz war für Gäste kostenfrei.
Tag 12
In der
Nähe ( ca. 1.5 Stunden ) von Pretoria liegt der Pilanesberg Nationalpark. Der
Nationalpark ist recht klein,
bietet
aber ein Vielzahl an Tieren. Gleich am Tor begrüßte uns eine kleine Elefantenherde.
Da es sehr trocken gewesen ist, hat man in Park kontrollierte Feuer gelegt, was
zur Folge hatte, dass es ziemlich verkohlt aussah. Der Park hat einen recht großen
See, den die Elefanten als Badewanne nutzen. Vom Parkplatz führte ein Steg
zu einem Beobachtungspunkt. Man war nur durch eine
hölzerne
Trennwand von den Tieren getrennt. Wir haben viele Tiere gesehen, z.B. den selten
gewordenen Sekretärvogel, Warzenschweine, Elefanten, Giraffen, eine Nashornmutter
mit ihrem kleinen, Zebras und viele andere. Sun City, das Vegas Südafrikas,
liegt in unmittelbarer Nähe zum Pilanesberg Nationalpark und dort schauten
wir auch vorbei. Entsetzt waren wir über die üppigen Eintrittpreise, eine
Frechheit! Die Casinos kann man nicht mit denen in Las Vegas vergleichen. Dreckig
und verstaubt durch das Fahren mit offenem Fenster im Nationalpark kamen wir am
späten Abend wieder in Pretoria an. Wir waren fix und fertig und fielen nach
der Dusche tot ins Bett.
Tag 13
Genau das Richtige, ab in die Shopping Mall! Dort verbrachten wir den Vormittag. Zurück im Hotel war es an der Zeit, sich mit dem Kofferpacken auseinanderzusetzen, was nach der Shoppingtour kein Kinderspiel war, denn lt. Gepäckbestimmungen hat man nur 20 Kg. Der letzte Abend wurde ein Grillabend bei Bekannten.
Tag 14
Nach dem Frühstück machten wir uns langsam fertig um das Hotel zu verlassen. Wir hatten allerdings noch viel Zeit, denn der Flug ging erst am Abend. So fuhren wir noch zum Rathaus, ein sehr schönes Gebäude. Wir vermieden es, uns in der prallen Sonne aufzuhalten, denn wir hatten wenig Lust, verschwitzt in den Fliegen nach Hause zu steigen. Nachdem wir das Auto abgegeben hatten, bummelten wir durch den Flughafen und gaben unsere letzten Rand aus.
Fazit: Südafrika ist ein Ziel, dass sich auf jeden Fall lohnt, auch mit Kindern. Für die Safaris sollten die Kinder jedoch nicht jünger als 8 Jahre sein, denn sonst könnte es Probleme mit den Veranstaltern geben. Ich war vorher schon einmal in Südafrika und wollte nicht glauben, dass Afrika süchtig macht, tut es aber!!!!!!
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